Ran an die Fassade: Vorteile Der VHF gegenüber WDVS-Systemen

Fassadennews

Die vorgehängte hinterlüfteten Fassade (VHF) zählte ursprünglich zu den klassischen Arbeitsfeldern des Dachdecker- und Zimmererhandwerks, hat aber in den letzten Jahren an Bedeutung verloren und ist durch preisgünstigere WDV-Systeme (Wärme-Dämm-Verbund-Systeme) verdrängt worden. Damit ist dem qualifizierten Handwerk ein komplettes Gewerk verloren gegangen.
Die Vielfalt der individuellen Gestaltungsmöglichkeiten ist beim Endkunden nicht bekannt. Ursache hierfür ist die wenig offensive Beratung und Vermarktung hin zu dieser hochwertigen Lösung. Wir möchten im Rahmen des Vertriebskonzeptes „Ran an die Fassade“ unsere Handwerkerkunden unterstützen, diese langlebige, hochwertige Form der energetischen Sanierung bei ihren Endkunden wieder attraktiv zu machen.

Ran an die Fassade
Ran an die Fassade

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Besonderheiten der vorgehängten hinterlüfteten Fassade (VHF)

An einer Unterkonstruktion werden Außenwandbekleidungen montiert. Der Zwischenraum dient der Hinterlüftung und immer häufiger als zusätzliche Dämmebene. Diese Dämmstoffe sind wasserabweisend eingestellt oder aber mit einer zusätzlichen wasserableitenden Bahn vor Feuchtigkeit geschützt. Dieser zweistufige Wetterschutz aus Außenbekleidung und Hinterlüftung ergibt eine extrem robuste Konstruktion. Diese ist typisch für Gebäude mittlerer Höhe aber auch bei Hochhäusern.
Gebäude geringer Höhe (kleiner 8 Meter) können mit allen üblichen Werkstoffen zur Außenbekleidung hergestellt werden (Baustoffklasse B2). Vorausgesetzt die Gebäudeabstände und Grenzabstände werden eingehalten. Bei anderen Gebäudeklassen sind zusätzliche Bestimmungen hinsichtlich des Brandschutzes zu beachten. Entsprechende Regelungen werden in den Landesbauordnungen getroffen. Ebenfalls zu beachten sind die Windlasten aufgrund der höheren Anströmgeschwindigkeiten.

Im Folgenden sollen die Besonderheiten der VHF aufgezeigt werden:

  • Die VHF ist eine leichte Konstruktion und quasi an jeder Rohbauwandart montierbar. Einschränkungen gibt es kaum. Die Verankerung in der Rohbauwand erfolgt mit zugelassenen Dübeln oder Schrauben.
  • Bei der Planung des Rohbaus müssen nur wenige Details beachtet werden. So sind beispielsweise bei den Fundamenten des Gebäudes keine Vorbereitungen zu treffen.
  • Eine VHF kann bezüglich des Wärmeschutzes beliebig eingestellt werden. Es ist sogar möglich den Wärmeschutz des Gebäudes quasi allein durch die Fassadenkonstruktion zu gewährleisten. Es ist eine Frage der Konstruktionshöhe der Abstandshalter. Entsprechend dick können die Dämmplatten eingebaut werden. Die Unterkonstruktion kann aus Metall oder Holz hergestellt sein. Eine Unterkonstruktion aus Holz besteht aus einer Grundlattung, in der die Dämmung untergebracht wird, sowie einer Traglattung zur Befestigung der Bekleidung.
  • Das Konstruktionsprinzip der VHF ist wiederkehrend gleich. Dieses vereinfacht die Planung bei extrem hoher Vielfalt bei den Bekleidungen.
  • Durch die Hinterlüftung wird ein robuster zweistufiger Witterungsschutz gewährleistet.
    Be- oder Durchfeuchtungen der Bekleidungen bleiben ohne Einfluss auf die Rohbaukonstruktion. Dieses unterstreicht die Robustheit.
  • Schäden an der Bekleidung können zunächst überwiegend als optischer Mangel gewertet werden, da eine Durchfeuchtung von Wärmedämmung und Rohbaukonstruktion zumeist nicht droht.
  • Viele verschiedene Elemente sind integrierbar. Dieses können sein: Solarkollektoren, Photovoltaikelemente, transparente Wärmedämmung (TWD-Elemente), Heizsysteme, Sonnenschutzanlagen, Beleuchtungen, Werbetafeln.
  • Die VHF kann mit geringem Aufwand instand gesetzt werden. Die Fassadenbekleidungen sind reversibel montierbar. Beschädigte Elemente können einzeln ausgetauscht werden. Dadurch kann von einer verbesserten langfristigen Wirtschaftlichkeit ausgegangen werden.
  • Oberflächen können pflegeleicht hergestellt werden. Ein aktiver Graffitischutz ist möglich. Verschiedene Hersteller bieten entsprechende werkseitige Beschichtungen an.
  • Durch die Trockenbauart der VHF ist eine Saison- und witterungsunabhängige Montage möglich.
  • Der Einsatz von genormten oder bauaufsichtlich zugelassenen Systemen ist möglich. Diese Forderung ergibt sich insbesondere bei Gebäuden ab einer Höhe von 8 Metern.
  • Der Grund für eine Gebäudesanierung kann ein schadhafter Außenputz sein. Brüchige, lose Putzteile können einfach abgeschlagen werden. Die Verankerung der Unterkonstruktion erfolgt sowieso in der Rohbauwand. Alte Putzanstriche müssen nicht entfernt werden.
  • Die Wasserdampfdurchlässigkeit der Bekleidung ist von untergeordneter Bedeutung. Das im Zwischenraum möglicherweise kondensierende Wasser wird durch die Hinterlüftung abgelüftet. Ist die Außenbekleidung zusätzlich diffusionsoffen, weist die Konstruktion eine zusätzlich Austrocknungsreserve auf. Notwendig ist diese aber nicht.
  • Gebäude unterliegen mehr oder weniger großer Verformungen. Gründe können thermische Änderungen oder auch Bewegungen im Untergrund aufgrund von z.B. unterschiedlichen Grundwasserständen sein. Im Neubau führen das Abbinden von Beton, sowie das Nachtrocknen von Holz zu Schwindverformung. VHF können diese Verformungen weit reichend schadfrei aufnehmen.
  • Mineralische Rohbaukonstruktionen (Mauerwerk, Beton) werden in der Nassbauweise erstellt. Je nach Witterung in der Bauphase kann zusätzlich Feuchtigkeit „gespeichert“ sein. Mit der VHF können feuchte Untergründe ohne Wartezeit bekleidet werden. Die Austrocknung wird durch die Hinterlüftung gewährleistet. Dieses soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Trockenbauweisen im Sinne eines angenehmen Wohnklimas und Vermeidung von Schimmelbildung zu bevorzugen sind.
  • Rohbaukonstruktionen besonders von Altbauten können erheblich uneben sein. Mit Hilfe der Unterkonstruktion der VHF kann dies vereinfacht ausgeglichen werden.
  • Zur Verarbeitung von VHF, werden bis auf die gewöhnlichen Montagewerkzeuge keine besonderen betrieblichen Ausstattungen benötigt.

Zusammengefasst besitzt die VHF gegenüber WDVS folgende Vorteile:
Vorteile VHF vs WDVS